...geleistet.

Berufstätig

Von meinem Arbeitgeber erwarte ich ein interessantes, abwechslungsreiches Umfeld. Chaotische Unternehmen ohne Strukturen oder Verantwortungen mag ich nicht. Wo Strukturen fehlen, bin ich bereit, diese aufbauen zu helfen. Ich übernehme gerne Verantwortung, verlange aber, dass auch andere ihre Verantwortung wahr nehmen. Ich mag verlässliche Partner. «Babysitter-Funktionen» und ständiges Nachhacken für Leistungen, die man erwarten dürfte, sehe ich als «dem Herrgott die Zeit, dem Arbeitgeber Geld gestohlen» an.

Konfliktgeladene Umfelder mag ich nicht. Konflikte können vorkommen und dies ist meist nicht weiter tragisch. Ein ständiges Verschleppen oder Ignorieren von Konflikten frisst wertvolle Energie. Ein harmonisches Umfeld ist mir wichtig und ich leiste meinen Beitrag dafür. Konstruktive Diskussionen sind wichtig; man muss nicht immer die gleiche Meinung haben. Letztendlich ist es wichtig, dass alle am selben Strick ziehen (und nicht nur darüber reden, als ob es so wäre).

Patriarchalische Verhältnisse sind Gift für die Motivation der Mitarbeiter. Jeder soll die Chance haben, seinen Beitrag zu leisten und gute Ideen einzubringen. Das Einbringen alleine reicht nicht: Jeder soll die Chance haben, gute Ideen auch zu verwirklichen. Hier soll, falls nötig, Hilfe geleistet werden. Worte wie: «Gute Idee, machen Sie mal» sind wohl ein Witz und demotivieren eher. Nicht jeder hat die Fähigkeit und/oder die Zeit, Ideen erfolgreich umzusetzen. Manche haben ganz einfach «nur» gute Ideen.

Den «Autoritären Führungsstil» bewundere ich. Vielleicht deshalb, weil manche Führungspersönlichkeiten sich vor Verantwortung drücken. Wer autoritär führt, übernimmt in der Regel Verantwortung oder vermittelt das Gefühl, diese zu übernehmen.

Mein persönlicher Führungsstil ist ein «Kooperative Führungsstil». Dies nicht, weil es aktuell «en vogue» ist, so zu führen. Gemeinsam zum Ziel ist die Devise. Dabei darf man die einzelnen Stärken der Kollegen nicht vergessen. Alles ausdiskutieren bedeutet ein grosser Reibungsverlust. Darum will ich auch auf andere vertrauen können, ihr Wissen respektieren und mich darauf verlassen, dass sie Verantwortung übernehmen.

Fehler müssen gemacht werden dürfen. Wer arbeitet, macht Fehler. Wer nicht arbeitet, macht auch Fehler: Für faules Getue habe ich kein Verständnis.

Am Arbeitsplatz soll Platz sein für Zwischenmenschliches. Wir sind keine Maschinen. Wir dürfen aber nicht vergessen: Schlussendlich arbeiten wir wegen des Geldes und nicht wegen Zwischenmenschlichkeiten. Bleibt der Lohn aus, trifft dies den einzelnen viel Härter. Hier ein gesundes Mittelmass zu finden, ist wohl die Kunst.

Zusatzinformation
Folge mir:

«Jede Organisation ist für einen spezifischen Zweck etabliert worden, und sie ist auf diesen Zweck hin gestaltet und ausgerichtet. Der Zweck eines Industrieunternehmens mag es sein, Autos herzustellen oder Zahnpasta, Bekleidung, Bankdienstleistungen oder Versicherungen zu offerieren. Der Zweck eines Krankenhauses ist es, Menschen zu heilen und der einer Schule, sie auszubilden. Es ist schon nicht gesichert, dass Organisationen ihre speziellen Zwecke einigermassen gut erfüllen. Über den Zweck hinaus, für den sie etabliert wurden, sind die Organisationen der Gesellschaft bemerkenswert unfähig. Es gibt keine Mehrzweck- oder Allround-Organisationen, und es ist sehr zweifelhaft, ob es sie je geben wird.»
Malik, Fremdmund: Führen, Leisten, Leben;
Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart München; 2001; S. 29