Hintergrundbild Beton Profilfoto Header Thomas Verasani am 29. November 2020 Gemeinsam weiterkommen. in den Stadtrat von Bern Was mir wichtig ist: Arbeitsplätze erhalten Bern soll das Gewerbe sinnvoll unterstützen, damit Arbeits- und Ausbildungsplätze trotz Corona erhalten bleiben.
 Bern schrittweise digitalisieren
 Bürokratische Abläufe sollen konsequent vereinfacht
 und digitalisiert werden. Platz für Innovation Bern benötigt «Platz für Innovation», um die Technologien für die Stadt von morgen zu testen. Liste 12

Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung

Natürlich heisst es im Original: «Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung». Aber genau diese Einsicht reicht in der heutigen Zeit nicht aus. Betrachten wir die «Erkenntnis» wie einen Prozess, so ist das Prozessresultat Wissen, welches aus Einsicht und Erfahrung gewonnen wird. Erfahrung muss man sammeln, da führt kein Weg daran vorbei. Es gibt allerdings eine gewissen Anzahl an «Einsichten», die man zumindest kennen und verstehen sollte.

Erkenntnis: wird laufend aus Einsicht und Erfahrung gewonnen

Diese Einsichten alleine nützen Ihnen erst mal wenig; betrachten wir diese allerdings im Kontext der Digitalisierung oder der Industrialisierung 4.0 in Kombination mit politischen Entscheidungen, dann wären Sie gut beraten, wenn Sie diese Einsichten kennen und sich daran orientieren würden. So würden Sie auch ohne Programmierkenntnisse die Einsichten der Vordenker nachvollziehen können. Diskussionen im Kontext zu e-Voting, Billag, Bildung, Überwachung, Netzneutralität, Geosperren oder Netzsperren wären so viel interessanter zu führen, wenn die Befürworter solcher Instrumente nur halbwegs bewaffnet an die Diskussionen erscheinen würden. Die Lösungen auf die Probleme im aktuellen Zeitalter könnten nachhaltiger gefunden werden.

Internet (als soziale Bewegung)

  • Publikationsjahr: seit 1989 kommerzialisiert (im Jahr 2018 seit 29 Jahren)
  • Durchbruch: ab 1993 (dank dem Browser «Mosaic»)

Technologie

Internet wurde zur Vernetzung von Grossrechner konzipiert. Die Grundidee sieht vor, dass alle Systeme explizit miteinander kommunizieren und Informationen austauschen können.

Es ist wichtig, dass man sich über diesen Aspekt der Grundidee bewusst ist.

Über die Jahre hat man festgestellt, dass Nutzer diesen Aspekt ausnutzen und unerlaubte oder unerwünschte Aktionen auf diesen Systemen ausführen. Informatik-Sicherheit soll uns vor diesen unerlaubten oder unerwünschten Aktionen schützen, ist aber nicht in der Grundidee verankert.

Daraus könnte man folgende Schlussfolgerung ziehen:

  • Internet ist nie sicher.
  • Sicherheit ist immer ein Wettlauf mit der Zeit.

Einfluss der Technologie aus gesellschaftlicher Sicht

  • Die Technologie ermöglicht es, ohne physische Grenzen zu kommunizieren.
  • Grundsätzlich ist jeder Inhalt zu jeder Zeit von überall aus verfügbar.

Dies hat zur Konsequenz, dass Inhalt grenzenlos und in Echtzeit verbreitet wird: unabhängig davon, ob Lizenzen, Gesetze oder sonstige Einschränkungen dies in einem Land verbieten.

Einfluss der Technologie aus politischer Sicht

Eine Technologie, die keine Grenzen kennt, kann nicht so ohne weiteres reguliert werden. Trotzdem wird dies natürlich regelmässig versucht mit den entsprechenden Nebenwirkungen:

  • Das «Darknet» wurde erschaffen.
  • Peer-to-Peer-Filesharing wurde erschaffen.
  • Digitale Währungen auf Basis von der «Blockchain»-Technologie wurden erschaffen.
  • Diverse Methoden zur Anonymisierung wurden erschaffen.

Anders ausgedrückt: Das Netz wurde «dank» politischen Restriktionen autonomer und unkontrollierbarer. Dies lässt mich zu folgender Schlussfolgerung kommen:

Was ich bekämpfe, wird stärker, baut sich auf.

Ich habe einige Zeit nach einer möglichen Erklärung für dieses Phänomen gesucht. Eine mögliche Antwort habe ich in einem Psychologie-Forum gefunden. Solche Reaktionen findet man, wenn Menschen sehr emotional werden und über die Macht (Möglichkeit) verfügen, dies auszuleben. Im Kontext zum Internet bedeutet dies: Kenntnisse über die Technologie und ihre Möglichkeiten verfügen.

Als der illegale Dienst «Napster» «geschlossen» wurde, sind eine Vielzahl von illegalen unkontrollierbaren Diensten entstanden.

Das Bekämpfen der Hassreden, der Fakenews etc. hat zur Konsequenz, dass die Betreiber dieser «Dienste» die Inhalte noch stärker verbreiten als bisher. Offenbar erzielt die gewählte Strategie nicht die erwünschte Wirkung.

Einfluss der Technologie auf die politischen Themen der Schweiz

Wie der Erlass des Geldspielgesetz, der Erlass des Überwachungsgesetzes und die Diskussionen bezüglich des Replay-TV-Verbots gezeigt haben, wird auch in der Schweiz politisch versucht,  etwas zu bekämpfen, was sich so vermutlich nie kontrollieren lässt.

Dabei gibt es nur ein Mittel, wie man dem entgegenwirken kann: Eine bessere Alternative anbieten.

Einer der nächsten Kandidaten, die gemäss meiner Prognose bei Mütterchen Staat nach Unterschlupf suchen, könnten wohl mal wieder die Banken sein. Während im Ausland an alternativen gebührenfreien Lösungen mit attraktiven Fremdwährungswechselkursen und einfachsten Modellen kreiert werden (sogar in Schweizer Franken), bieten die Schweizer Banken ihren Kunden wahre Gebührenmonster an. Besteht der einzige Mehrwert einer Lösung darin, dass man neu mit dem Handy bezahlen kann, wird es wohl künftig eng um das Ringen der Kunden. In der Zwischenzeit vermittelt man den schweizer Bankkunden das Gefühl, dass sie lediglich den Wert einer gebührenbezahlenden Milchkuh haben. Ich mag die Diskussionen über Loyalität und «kauf lokal» nicht hören: Loyalität muss man sich verdienen.

Ist es denn möglich, eine bessere Alternative anzubieten? Wie das oben beschriebene Beispiel «Napster» zeigt, hat Apple mit iTunes im Jahr 2001 eine legale Bezahlalternative erfolgreich ins Leben gerufen. Es ist möglich, Lösungen schneller, besser oder unkomplizierter anzubieten.

Eigenverantwortung

Internet verändert die Welt und wird sie weiter verändern. Gut ausgebildete Menschen können eigenverantwortlich handeln und können sich dem internationalen Wettbewerb stellen. Dabei sollte man nur das regulieren, was auch effizient und wirksam regulieren kann. Das Schützen von nicht wettbewerbsfähigen Firmen gehört definitiv nicht dazu.

Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass viele Innovationen überhaupt erst entstehen konnten, weil man sich nicht im Korsett der erlaubten Dinge bewegt hat. Sich hinter Lizenzmodellen, Urheberrechten oder Patenten zu verstecken, ist im Zeitalter des Internets schlicht nicht mehr zeitgemäss.

Was denken Sie? Hätten iTunes, Netflix oder andere Dienste entstehen können, wenn nicht jemand zuvor die technischen Möglichkeiten aufgezeigt hätte?

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